Wenn im Schlaf die Atmung immer wieder vorübergehend aussetzt, leiden die Betroffenen an einer Schlafapnoe. Nasenpolypen können der Grund für diese Atmungsstörung sein.

Was genau passiert bei einer Schlafapnoe?

Eine Schlafapnoe entsteht durch die Erschlaffung der Muskulatur in den oberen Atemwegen. Der Atemweg im Rachen verengt sich oder ist gar blockiert, beim Ein- und Ausatmen entstehen laute Schnarchgeräusche. Durch das Schnarchen kann es zu Atemminderungen (Hypopnoe) und Atemaussetzern (Apnoe) kommen. Treten diese Aussetzer wiederholt auf und dauern länger als zehn bis 120 Sekunden an, handelt es sich um eine obstruktive Schlafapnoe. Sie stört die Sauerstoffversorgung des Körpers, Puls und Blutdruck sinken. Im Gehirn wird ein Weckreiz ausgelöst und der Betroffene wacht kurz auf, der Schlafrhythmus wird unterbrochen. Passiert das wiederholt, kann das den Eintritt in die Tiefschlafphase verhindern. Es kommt zu einer unruhigen Nacht.

Bleibt eine Schlafapnoe unbehandelt, können sich ernstzunehmende Gesundheitsprobleme entwickeln. Menschen mit einer Schlafapnoe entwickeln häufiger Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie haben daher ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen zu bekommen. Auch Kopfschmerzen können Folge einer Schlafapnoe sein. Wird der Schlaf durch die Apnoe anhaltend gestört, können sich durch die dauerhafte Abgeschlagenheit und Müdigkeit Depressionen entwickeln.

Ein älterer Mann liegt im Bett und schläft. Man sieht seinen Oberkörper und sein bärtiges Gesicht.
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Warum kann eine Schlafapnoe durch Nasenpolypen begünstigt werden?

Nicht immer wird eine Schlafapnoe durch Nasenpolypen verursacht. Andere Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren sind Übergewicht, steigendes Alter, Geschlecht (Männer sind häufiger betroffen als Frauen) und die Einnahme von Medikamenten (wie Schlaftabletten oder Beruhigungsmittel) sowie der Konsum von Alkohol und Zigaretten. Auch anatomische Besonderheiten wie ein zu kleiner Unterkiefer, eine verkrümmte Nasenscheidewand, eine große Zunge und vergrößerte Mandeln können eine Schlafapnoe begünstigen. Nasenpolypen beeinträchtigen die oberen Atemwege und können sie unter Umständen auch ganz blockieren. Eine Schlafapnoe können  sie vor allem in Verbindung mit den genannten  Risikofaktoren verursachen.

Neben der obstruktiven Schlafapnoe, der häufigsten Form, gibt es die zentrale Schlafapnoe. Bei ihr liegt ursächlich eine Fehlfunktion des zentralen Nervensystems zugrunde, durch die sich die Atemmuskeln von Brust und Zwerchfell im Schlaf nicht ausreichend bewegen. Bei dieser Form der Schlafapnoe spielen Nasenpolypen keine Rolle, da die oberen Atemwege nicht betroffen sind.

Wie lässt sich eine Schlafapnoe behandeln?

Die Behandlung einer Schlafapnoe zielt darauf ab, die Atemwege freizuhalten und die Atmung zu erleichtern. Das beginnt mit Verbesserungen der Schlafhygiene, also Maßnahmen, die die Schlafqualität verbessern. Um dem Schnarchen vorzubeugen, sollten Menschen mit Schlafapnoe möglichst in Seitenlage schlafen. Das lässt sich durch entsprechend platzierte Kissen bewirken. Auch ein auf der Rückenseite des Schlafanzugoberteils eingenähter Tennisball kann Betroffene in die Seitenlage bewegen.

Weitere Möglichkeiten sind Nasenpflaster, Aufbissschienen und schließlich eine Überdruckbeatmung mit einer CPAP-Maske. CPAP steht für „continuous positive airway pressure“, also „dauerhaft positiver Atemwegsdruck“. Die darüber zugeführte Atemluft hat einen leichten Überdruck, der den Atemwegen von innen Festigkeit verleiht und sie so offen hält.

Gleichzeitig ist die Behandlung der verursachenden Faktoren einer Schlafapnoe, wie  z.B. Nasenpolypen, wichtig.

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