Leidet ein Mensch an Nasenpolypen? Die Anamnese ist der erste Schritt, um das zu klären. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Erinnerung“. Die Anamnese ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Diagnose in allen Fachbereichen und wird von Ärzten, aber auch von Fachpersonal und Rettungssanitätern genutzt. Es geht darum, die medizinisch relevanten Informationen einer aktuellen Erkrankung professionell und systematisch zu erfragen.

Der Fragenkatalog umfasst Fragen nach den aktuellen Symptomen und Beschwerden sowie ihrer Entstehung. Weitere Themenkomplexe sind die medizinische Vorgeschichte und die Lebensumstände der Patienten. Insbesondere im ersten Gespräch (Erstanamnese) versuchen Ärzte, sich ein umfassendes Bild zu machen, um die Erkrankung eindeutig zu identifizieren und andere Krankheiten auszuschließen. Unterschieden wird zwischen der Eigenanamnese, dem Gespräch mit dem Patienten selbst, und der Fremdanamnese, in der andere Personen wie Angehörige oder Pflegende befragt werden.

Mann mit schmerzenden Stirnhöhlen im Gespräch mit einem Arzt
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Die bei Nasenpolypen für die Anamnese relevanten Punkte

Wer mit Beschwerden wie zum Beispiel einer anhaltend verstopften Nase zum Arzt geht, bekommt nicht sofort die Diagnose Nasenpolypen. Die Anamnese dient zunächst dazu, die Beschwerden zu konkretisieren. Der Hausarzt als erste Anlaufstelle stellt bei dem Verdacht auf Nasenpolypen vermutlich eine Überweisung an einen HNO-Arzt aus. Der Spezialist strukturiert das Gespräch systematisch nach bestimmten Themenkomplexen. Hilfreich für die Vorbereitung auf das Gespräch ist das Ausfüllen des Fragebogens SNOT-22. Werden Nasenpolypen vermutet, umfasst die Anamnese meist die folgenden Punkte und Fragen.

Hände eines Arztes und einer Patientin, die im Gespräch an einem Tisch sitzen.
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Aktuelle Anamnese

  • Gibt es eine Behinderung der Nasenatmung und ist diese gegebenenfalls ein- oder beidseitig? Tritt dadurch Atemnot auf?
  • Fließt Sekret beziehungsweise Schleim aus der Nase?
  • Fließt Sekret beziehungsweise Schleim den hinteren Rachenraum herunter?
  • Wurde eine Verschlechterung des Geruchsinns bemerkt?
  • Sind Schmerzen oder Druckgefühle im Bereich der Wangen oder der Stirn bemerkbar?
  • Resultiert daraus ein Gesichtsschmerz?
  • Sind Kopfschmerzen auffällig?
  • Zählt Husten zu den Beschwerden?
  • Zählt Heiserkeit zu den Beschwerden?
  • Zählen Rachenschmerzen zu den Beschwerden?
  • Treten Beschwerden im Bereich der Zähne und des Zahnhalteapparats auf?
  • Sind die Schmerzen bei vorgebeugter Haltung stärker?
  • Ist Fieber festgestellt worden?
  • Gibt es ein starkes Krankheitsgefühl?
  • Wie lange sind die Beschwerden auffällig vorhanden?
  • Traten diese Beschwerden in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal auf?

Familienanamnese und Vorgeschichte

  • Gibt es in der Familie häufig Infektionen der oberen Atemwege und/oder Allergien?
  • Welche Vorerkrankungen sind bekannt? Bei Nasenpolypen sind besonders Infektionen, allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen), Atemwegserkrankungen (zum Beispiel Asthma), chronische Rhinosinusitis und Mukoviszidose (Zystische Fibrose, ZF) relevant.
  • Welche Operationen wurden in der Vergangenheit durchgeführt?

Vegetative Anamnese

Dieser Komplex enthält Fragen, die vegetative Körperfunktionen betreffen, also Funktionen, die der Körper automatisch und unterbewusst regelt. Dazu zählen:

  • Wie gut ist der Schlaf? Tritt Nachtschweiß auf?
  • Wie sind Essverhalten, Appetit und Durst? Gibt es Gewichtsveränderungen?
  • Gibt es Auffälligkeiten bei der Verdauung (Stuhlgang, Wasserlassen)?

Umweltanamnese

  • Bestehen Umweltbelastungen im Wohn- und/oder Arbeitsplatzbereich?

Medikamentenanamnese

  • Werden Medikamente eingenommen, insbesondere Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin), Diclofenac oder Ibuprofen?
  • Sind Medikamentenunverträglichkeiten bekannt?

Um die Diagnose Nasenpolypen nach der Anamnese zu konkretisieren, legen Ärzte im nächsten Schritt die anschließenden Untersuchungen und Tests fest.

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